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100 Jahre später: Schicksal von Kautschuk-Sklaven weiter ungeklärt

Dezember 6, 2011   ·   0 Comments

Eine indigene Frau aus dem Amazonasgebiet hat einen Appell an die Öffentlichkeit gerichtet, um das Schicksal von zwei Indianer-Sklaven aufzudecken. Diese wurden vor 100 Jahren nach Großbritannien gebracht.

Vor genau 100 Jahren stellte die damalige britische Zeitung Daily News die Vorfahren der Frau, Omarino und Ricudo, der britischen Öffentlichkeit vor. Fany Kuiru, eine Witoto-Indianerin aus Kolumbien, bat die Öffentlichkeit ihr “zu helfen, das Schicksal unserer indigenen Brüder aufzudecken … damit der Geist unserer Vorfahren in Frieden ruhen kann.”

Die Indianer wurden dem damaligen britischen Konsul Roger Casement in ihrer Heimat Putumayo im südlichen Kolumbien 1910 “präsentiert”. Omarino wurde gegen Hosen und ein Hemd getauscht und Ricudo wurde in einem Kartenspiel gewonnen.

Casement wurde von der britischen Regierung entsandt, um die Vergehen an der indigenen Bevölkerung während des Kautschukbooms zu ermitteln. Er brachte die zwei Indianer nach Großbritannien um das Ausmaß des Horrors, welches er aufdeckte, an die Öffentlichkeit zu bringen.

Nachdem das US-Unternehmen Goodyear den Prozess der Vulkanisierung endeckte, durch welches Gummi verhärtet und für Autoreifen nützlich gemacht wird, schoß die Nachfrage nach Kautschuk aus dem Amazonas in die Höhe. Diese Entdeckung startete die erste Massenproduktion von Autos durch den Industrieführer Ford.

Casement schätzte, dass innerhalb von nur 12 Jahren 30.000 Indigene versklavt, gefoltert und umgebracht wurden, um der europäischen Nachfrage für Gummi nachzukommen.

“Wir werden tief, tief in den Wald geschickt um Gummi zu holen. Wenn wir es nicht bekommen, oder nicht schnell genug sind, werden wir erschossen,” berichtete Omarino gegenüber Daily News.

Viele Mitglieder unkontaktierter indigener Völker sind Nachkommen der Überlebenden dieser Gräueltaten während des Kautschukbooms. Sie konnten durch die Flucht in isolierte Teile des Amazonasgebiets der Folter und Ermordungen entkommen, welche einen Großteil der indigenen Bevölkerung auslöschte.

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